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Lady Windermeres Fächer
Komödie in 4 Akten
von Oscar Wilde
Plakat Fotos
Besetzung
Lady Windermere Katharina Hauer
Lord Windermere Franz Schiefer
Mrs. Erlynne Martina Lebersorger
Lord Darlington Norbert Ruckenbauer
Herzogin Berwick Edith Weindlmayr
Lady Agatha Verena Grossmayer
Lord Augustus Hannes Stephan
Lady Plymdale Sabina Schreib
Lady Jedburgh Monika Ammer
Sir Cecil Graham Robert Veit
Mr. Dumby Christian Dohlhofer
Mr. Hopper Adam Künstl
Parker Markus Bräuer
Rosalie Johanna Köb / Sabine Dornig
Regie / Inszenierung Susanne Grossmayer
Bühnenbild Godehard Schwarz / Monika Hekelmoser
Licht / Technik Gregor Zatschkowitsch
Musik Manfred Ehrenberger
Kostüme Art for Art Bundestheater - Fundus
Maske / Frisuren Monika Zatschkowitsch

London 1892

Oscar Fingal O’Flahertie Wills Wilde
wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin als zweiter Sohn des Arztes und Privatgelehrten für irische Geschichte Sir William Wilde und der Dichterin Jane Elgee geboren.

Nach einigen weniger erfolgreichen Werken entstanden zwischen 1892 und 1895 Wildes vier Gesellschaftskomödien „Lady Windermeres Fächer“, „Eine Frau ohne Bedeutung“, „Ein idealer Gatte“ und „Bunbury“. Sie spielen in jenen oberen Gesellschaftskreisen, die auf ihn eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübten, die er verehrte – und zugleich verspottete. Adelige Herkunft, gesellschaftliches Ansehen und Reichtum beeindruckten ihn – die hohlen, erstarrten Lebensformen dieser Kreise und ihre Heuchelei jedoch durchschaute er und zog sie ins Lächerliche. Damit belustigte er wiederum jene, die er verspottete, vergrößerte so seinen gesellschaftlichen Ruhm und verdiente ein Vermögen – das er großzügig sogleich wieder ausgab.

„Lady Windermeres Fächer

wurde am 20. Februar 1892 am St. James’s Theatre in London mit durchschlagendem Erfolg uraufgeführt, die Kritiken bezeichneten das Werk als geistreichste englische Komödie des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Lady Windermeres Streben nach Ehrbarkeit ist zwiespältig – sie ist eher dazu bereit, mit einem Liebhaber durchzubrennen als eine Abenteurerin auf ihrem Ball zu empfangen. Puritanismus, das wird Wilde niemals müde aufzuzeigen, bringt Infamie und Lasterhaftigkeit hervor. Gedankenloses Gutsein ist so selbstzerstörerisch wie Bösesein, es verkehrt sich zuletzt ins Gegenteil.

Wilde versucht, zwei gegensätzliche Sujets miteinander zu verbinden, das komisch-unterhaltende und das ernsthaft-belehrende, und den Gegensatz zwischen Sein und Schein aufzudecken. Aus der Sicht des Spötters, der zugleich sie Haltung eines Moralisten einnimmt, zieht er gegen jede Art von Heuchelei zu Felde und stellt die herkömmliche Moral in ihrer ganzen Absurdität bloß – ohne allerdings zu verletzen.

In einem Brief bemerkte Oscar Wilde zum Inhalt seiner ersten Komödie: „Der psychologische Gedanke, der mich auf das Stück brachte, ist folgender: Eine Frau, die ein Kind gehabt, aber niemals die Leidenschaft der Mutterliebe gekannt hat, sieht plötzlich, wie ihr verlassenes Kind in einen Abgrund stürzt. Da erwacht in ihr der Mutterinstinkt, sie stürzt herbei, opfert sich selbst – und am nächsten Tag fühlt sie: ‚Diese Leidenschaft ist zu schrecklich. Ich leide zu sehr darunter. Ich will keine Mutter mehr sein.’“ Lady Windermere wiederum, düpiert vom Puritanismus, muss die Welt mit ganz anderen Augen sehen. Beide Frauen verkörpern Wildes Theorie, dass Gefühle zwar begrenzt sind, die Grenzen aber erst durch die Überschreitung markiert werden.

Wilde spiegelt die ihn umgebende Gesellschaft wirklichkeitsgetreu wider, zwar aus satirischer Sicher, ohne Spott und Zynismus zu scheuen. Doch er zeigt zugleich Mitgefühl für Außenseiter, für Kinder, die in einer verlogenen Welt aufwachsen, deren spießige Normen aufrechte Empfindungen und Charaktere verkümmern lassen. Die durchaus ernste Handlung eines Problemstückes, das Darauf abzielt, die Moral zu heben, kleidet Wilde in das Gewand einer spöttischen Sittenkomödie.

Das Leitmotiv der Komödie, die Umwertung der Werte – dass schließlich die ehrlose Frau un einem guten, die ehrbare Frau in einem schlechten (und die Gesellschaft im allerschlechtesten) Licht erscheint –, ist mit großem Raffinement gestaltet (Richard Ellmann). Am Ende werden zwei Ehen gestiftet, die dritte wird gerettet, der gesellschaftliche Schein ist wiederhergestellt, da alle Personen, die den gesellschaftlichen Frieden stören könnten, das Land verlassen, und alle Informationen, die für Unruhe sorgen könnten, verschwiegen werden – der totale Sieg der Heuchelei oder doch der Entlarvung? (John Poziemski). „Lady Windermeres Fächer“ verzichtet auf einen konventionellen Komödienschluss, das Stück endet mit einer geheimen Verhüllung: drei Geheimnisse bleiben bestehen…


(c) 2013