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Ein Phönix zu viel
(A Poenix too frequent)
von Christopher Fry
Plakat Fotos
Besetzung
Dynamene, junge Witwe Katharina Hauer
Doto, ihre Dienerin Martina Lebersorger
Tegeus, ein Soldat Norbert Ruckenbauer
Regie und Inszenierung Susanne Grossmayer
Bühnenbild Godehard Schwarz
Maske Michaela Selby
Beleuchtung Gregor Zatschkowitsch

Ephesus, im 1. Jahrhundert n. Chr.

Ein Phönix zu viel
In diesem charmanten, nur scheinbar frivolen Einakter hat Christopher Fry das Thema der Witwe von Ephesus, die ihrem Gatten freiwillig in den Tod folgen will, aus dem Satyricon des Petronius (gest. 66 n. Chr.) aufgegriffen.

Vor dem tragischen Hintergrund des Todes, in der Gruft des verstorbenen Gatten, entfaltet sich das komödiantische Spiel um die Liebe. Fry feiert in seiner Heldin Dynamene (Symbol der Lebenskraft) den Triumph des Willens zum Leben über die Instinkte der Selbstzerstörung. Ihre schwärmerische Todessehnsucht wird durch die naive Sinnlichkeit und natürliche Skepsis ihrer treuen Dienerin Doto von Anfang an in Frage gestellt und in einer Sommernacht vom Leben selbst besiegt, wenn die von ihrem Todeswillen befreite zur Retterin ihres Retters wird – der Tod somit zur Voraussetzung des Lebens.

Fry ist Mitte des 20. Jh. einer der wenigen Autoren, die sich nicht in dumpfer Verzweiflung über die Sinnlosigkeit des Daseins ergehen. Auf Grund seiner eigenen Gläubigkeit und unbeirrbaren Liebe zu allem Sein weigert er sich, das Theater zu einer Kammer des Grauens zu machen. Bei ihm ist die Schöpfung unglaublich schön, die Fröhlichkeit überwindet die Trauer, das Leben besiegt den Tod.

Fry ist der Dichter der Beziehungen, das zeigt sich am deutlichsten im Bilderreichtum seiner Sprache, die die Aussage des Werkes unterstreicht. Sie ist durchwirkt mit übermütigen Vergleichen uns Metaphern – der Phönix ist das Symbol der Wiedergeburt des Lebens aus dem Tod, das Geißblatt ist eine Essenz gegen krankhafte Nostalgie und weckt Interesse für die Gegenwart – mit erotischen Anspielungen und Wortspielen, in denen das Ja des Herzens seine Kämpfe ausficht mit dem Nein des Verstandes.

Christopher Fry
wurde am 18. Dezember 1907 in Bristol geboren. Er war zunächst Lehrer, wandte sich aber dann der Theaterlaufbahn zu und wurde Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter und begann – beeinflusst vor allem von Shakespeare –, selbst kleine Stücke zu schreiben. Doch erst nach seiner Rückkehr aus dem zweiten Weltkrieg begannen seine Erfolge, die ihn neben T.S. Elliot zum bekanntesten englischen Bühnendichter des 20. Jahrhunderts machten.

Neben dem Einakter „Ein Phönix zuviel“ sicherten Fry seine „Komödien der Jahreszeiten“ den Bühnentriumpf: Die Dame ist nicht für’s Feuer (Frühling), Ein Hof voll Sonne (Sommer), Venus im Licht (Herbst), Das Dunkel ist Licht genug (Winter).


(c) 2013